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Die QR-Codeisierung der Werbung

Donnerstag, 16. Februar 2012 von stadtm

Was vor einigen Jahren in Sachen “hippes must-have Element” in Anzeigen und auf Plakaten noch die Web-Adresse war, ist mittlerweile der QR-Code. Und zwar mit flächendeckender Verbreitung. Kaum ein Offline-Webemittel, das ohne den plakativen Einsatz eines QR-Codes als aktivierendes drive-to-web Element auskommt.

Man hat den Eindruck in Agenturen und Marketing-Abteilungen herrscht die Vorstellung “wir brauchen was total progressives für die jungen Zielgruppe – lass uns doch einen QR-Code draufdrucken”.

Besonders spaßig fand ich das Plakat eines italienischen Automobilherstellers, bei dem der QR-Code nicht etwa direkt auf eine mobile Landing-Page führt, sondern nur die URL der Promotion-Website anzeigt (die im übrigen unter dem Code auf dem Plakat stand). Warum? Ging man davon aus, dass es einfacher und schneller ist, einen QR-Code korrekt zu scannen, als eine URL im Browser des Smartphones einzutippen?! Wer es schon einmal versucht hat weiß: weit gefehlt!

Überhaupt – das Thema “mobile Landing-Page”. Es hat sich offensichtlich noch nicht bei allen Werbetreibenden herumgesprochen, daß man QR-Codes nicht mit dem Laptop mit 15″ Monitor scannt, sondern mit dem Smartphone. Und diese Dinger haben leider relativ kleine Bildschirme, weswegen man im professionellen Umfeld gemeinhin eine mobile Variante der Inhalte anbietet. Vor allem eine Variante ohne den Einsatz von Flash (ja – wir erinnern uns: Steve Jobs mochte Adobe nicht sonderlich und daher läuft Flash auch nicht auf iPhones – genau).

Aber man sollte die Mechanik nicht wegen der vielen schlechten Einsatzbeispiele verteufeln. Es gibt auch Inhalte, die über einen QR-Code transportiert, tatsächlich einen Mehrwert für den User in der jeweiligen Situation darstellen. Zum Beispiel den schnellen Link auf Video- oder Audio-Inhalte, die das gedruckte Angebot thematisch ergänzen. Oder sinnvolle Infos, wie Kontakt- oder Locationdaten, die ich logischerweise lieber direkt auf mein Smartphone bekomme – wie in diesem Falle eines FIAT Autohauses, das die Kontaktdaten auf seiner Website über den QR-Code als vCard anbietet. Ist natürlich nur sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass der Kunde nicht über ein Smartphone online geht.

Und es gibt auch schöne Beispiele, bei denen kreativ mit dem Thema umgegangen wird. Wie zum Beispiel das MyToys Plakat mit einem farbigen Lego-Code. Oder das “Help Japan now” Motiv für Spendenaufrufe nach dem Erdbeben.

Aber die schicken Codes gibt es mittlerweile nicht nur auf Print-Werbemitteln. Gerade in den letzten Wochen wurden in zwei voneinander unabängigen Aktionen Autos – in Anlehnung an die Beklebung bei Erlkönigen – mit QR-Codes versehen. Einmal die neue A-Klasse bei Mercedes-Benz und einmal der Up von Volkswagen. Über die zufällige Parallelität der beiden Aktionen hat Thomas Knüwer bereits berichtet.

Wer jetzt immer noch QR-Codes auf seine Werbemittel klebt, ohne sich über den wirklichen Mehrwert dahinter Gedanken zu machen, sollte sich diesen Beitrag von Scott Stratten anschauen – der auf die Gefahr hinweist, daß für jeden gedankenlos eingesetzten QR-Code ein Kätzchen stirbt (gefunden im Blog von Thomas Knüwer).

Es geht übrigens auch ein Stück innovativer – wie das FIAT-Beispiel aus Spanien zeigt. Dort wurde mit Straßenschildern als Trigger anstelle von QR-Codes gearbeitet, wie Daniel Rehn in seinem Blog zeigt.

Ausleihen statt kaufen – Automobilhersteller und Carsharing

Sonntag, 05. Dezember 2010 von stadtm

Das Thema ist bei weitem nicht neu – und doch erlebt es in der letzten Zeit eine zunehmende Mediale Aufmerksamkeit: das Carsharing.

Dies hat zwei offensichtliche Gründe. Zum einen scheint es in Großstädten vor allem bei jüngeren Menschen einen messbaren Trend zur geringeren emotionalen Bindung zum eigenen Auto und Hinwendung zu einer eher rational gesteuerten Idee von “Mobilität” zu geben. Eine Studie des FHDW Center of Automotive “Jugend und Automobil 2010” deutet darauf hin. Carsharing liegt also generell im Trend.

Zum anderen treten immer mehr Automobilkonzerne mit eigenen Carsharing- oder “Mobilitäts”-Konzepten an die Öffentlichkeit und kommunizieren ihre Angebote entsprechend plakativ.

Den Anfang machte Daimler mit “car2go” Ende 2008 – zunächst als geschlossenes Pilotprojekt, später – Anfang 2009 – dann öffentlich verfügbar, in Ulm. Peugeot startete Anfang 2010 sein Konzept “Mu by Peugeot” in verschiedenen französischen Städten und dann im Mai in Berlin. Ganz frisch dabei sind die Münchner mit dem auf ein Jahr angesetzten Pilotprojekt “BMW on Demand” seit Oktober 2010.

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Instagram – nur eine Foto-App?

Mittwoch, 24. November 2010 von stadtm

Normalerweise bin ich wirklich zurückhaltend, wenn es um die Bewertung der neuesten und schicksten Tools, Apps oder Plattformen geht. Eine aktuelle App, die natürlich auch Community-Elemente beinhaltet, gefällt mir jedoch so gut, dass ich ein bisschen begonnen habe zu recherchieren: das ganze nennt sich Instagram.

Es handelt sich um eine Foto-App, die bisher ausschließlich für das iPhone erhältlich ist. Im Gegensatz zu anderen Foto-Tools und -Communities, die es ja mittlerweile zuhauf gibt, setzt Instagram konsequent auf Vereinfachung. Es wird immer nur EIN Foto bearbeitet und veröffentlicht. Auf der Website wird auch immer nur EIN Foto zur gleichen Zeit angezeigt. Also ganz genau so wie damals, als man mit der Polaroid-Kamera Erinnerungs- oder Spaßfotos gemacht hat, auf die man sogar warten musste, bis sie Fotochemisch entwickelt waren. Und am Ende hielt man ein Unikat in den Händen.

Bei der Instagram-App gibt es für jedes Foto – egal ob frisch geschossen, oder aus dem Foto-Archiv des iPhones – 12 lustige Retro-Filter Effekte zur Auswahl, die zwar auf Dauer nicht sonderlich originell sind, aber irgendwie doch aus jedem Schnappschuss ein halbwegs interessantes Bild zaubern.
Das Ergebnis sieht dann so aus. Oder so. Manchmal klemmt die App auch und der Server hat Probleme, die Daten ordentlich auszuliefern. Aber geklemmt hat die alte Polaroid auch oft – passt also ganz gut.

Darüber hinaus bietet die App gelernte Funktionen: einen Feed, eine Auswahl der aktuell beliebtesten Fotos, News und die Möglichkeit, anderen zu folgen und die Fotos der anderen zu bewerten (liken und kommentieren). Man kann Freunde bei Facebook und Twitter suchen und die neuen Fotos auf Facebook, Twitter, Flickr, Tumblr oder Foursquare (Location-Info) posten. Das war’s. Mehr gibt’s nicht. Ambitionierten Foto-Community Fans wird das zu wenig sein. Ich denke aber, in dieser Einfachheit liegt das Geheimnis von Instagram. Es geht um “Hey Leute, guckt mal was für ein cooles Foto!”. Es geht nicht um “Schaut, was für ein toller Fotograf ich bin.” Es ist tatsächlich so etwas wie Twitter für Fotos, wie neunetz.com schreibt. (weiterlesen…)

Die mobile soziale Wolke – ein Ausblick auf 2010

Dienstag, 22. Dezember 2009 von stadtm

So langsam werden die Tage etwas ruhiger, die Feiertage rücken näher und man nimmt sich nun auch mal die Zeit sich mit den Aussichten auf das kommende Jahr zu beschäftigen.
Liest man die branchenüblichen Prognosen für die Top 10 Web-Trends des Jahres 2010 begegnet man gewissen Themen immer wieder. Die mit am häufigsten genannten sind “Social Media”, “Mobile Commerce” und “Cloud Computing”.

Social Media wird Pro
Über das erste Thema wurde bereits in diesem Jahr zur Genüge geschrieben und auch geschimpft und gestritten. Eine Entwicklung 2010 kann man Zweifelsfrei und ohne große Anstrengung vorhersehen: Social Media wird in einem verstärkten Maße professionalisiert, d. h. ein ganzer Geschäftszweig von Social-Media Marketingexperten wird werbetreibende Unternehmen dabei unterstützen, die gut frequentierten Social Networks für die Vermarktung ihrer Produkte mehr oder weniger intelligent zu nutzen. (weiterlesen…)

Es zwitschert auf der IAA

Donnerstag, 17. September 2009 von stadtm

Es ist nicht zu übersehen – die Kommunikationsmöglichkeiten des web 2.0 sind in der Automobilindustrie angekommen. Schon vor der offiziellen Eröffnung der IAA 2009 wird gebloggt und getwittert was das Zeug hält.

So veröffentlicht Mercedes-Benz unter dem Namen IAALiveTalk Hinweise auf den Livestream der Pressekonferenz und anderer Live-Online-Aktionen, während Mitarbeiter der Daimler AG live und mit vielen Fotos von der Veranstaltung berichten. Und der mittlerweile recht bekannte Daimler-Blog nutzt natürlich auch Youtube als Video-Kanal rund um die Messe-Neuheiten. (weiterlesen…)

Vom Verbraucher zum Nutzer

Dienstag, 25. August 2009 von stadtm

Vielen Menschen unter 30 fällt es mittlerweile schon schwer, sich vorzustellen, dass es auch einmal eine Zeit ohne Internet gab. Es ist seit gut zehn Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Medien- und somit auch der Werbe- und Kommunikationslandschaft. Und dennoch scheinen sich viele werbetreibende Unternehmen und deren Dienstleister immer noch schwer zu tun, in der digitalen Kommunikation mit ihren Kunden.

Der Grund hierfür liegt nicht alleine im Medium – er liegt hauptsächlich im Verbraucher. Es gibt ihn nämlich nicht mehr. (weiterlesen…)

So funktioniert es im Social-Web

Donnerstag, 23. Juli 2009 von stadtm

Nachdem sich der Rauch um die aktuelle Vodafone-Kampagne etwas verzogen hat, hat man wieder freie Sicht auf ein wirklich schönes Beispiel, wie man erfolgreich Werbung im web 2.0 machen kann. Und das, obwohl die Bestandteile für sich betrachtet bei vielen aufgeklärten Menschen zunächst zu Abwehrreaktionen führen: deutsche Comedy und der FC Bayern München.

Und dennoch – Adidas schafft es, mit dem Moderator und Schauspieler Christian Ulmen in seiner Rolle als Frerk Ohm und dem FC Bayern München unter dem Motto “Jedes Team braucht einen 12. Mann” eine spannende und aufmerksamkeitsstarke Kampagne auf die Beine zu stellen, die sich verschiedenster Elemente des web 2.0 mit Humor und Feingefühl bedient. (weiterlesen…)

Wie Marketing im web 2.0 funktioniert – oder auch nicht.

Mittwoch, 22. Juli 2009 von stadtm

Wenn ich bisher von Kunden und Kollegen gefragt wurde, wie man denn am besten “Werbung im web 2.0 macht”, war meine Antwort stets die gleiche. Nämlich die, dass ich das Angebot unterschiedlichster Tools und Services, die auch dem technologisch eher unbedarften Nutzer einfache Möglichkeiten zur Publikation seiner Inhalte im Internet bietet, und dadurch Communities zu den erstaunlichsten Themen hervorbringt, noch nicht wirklich als heilsversprechendes Marketinginstrument betrachte. Weiterhin, so führte ich immer aus, müsse man mit Bedacht vorgehen, da der “User” ein ebenso sensibles wie aufgeklärtes Wesen sei, das jegliche Anbiederung oder plumpe Verkaufs-Versuche einer Marke oder eines Produktes schnell durchschaue und mit Missachtung strafe.

Seit einigen Tagen lautet meine Antwort ganz einfach: googeln Sie doch mal die Begriffe “Vodafone”, “Lobo” und “Generation Upload”. (weiterlesen…)

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